Die ßbrigen Auswertungen vergleichen meist ein Merkmal mit einem Ergebnis: Osten gegen Westen, teuer gegen billig. Das Problem: Merkmale hängen zusammen. Der Osten hat niedrigere Einkommen und weniger dichte Besiedlung und mehr Schnelllader. Welches davon den Unterschied macht, sieht man im einfachen Vergleich nicht.
Eine Regression schätzt alle Merkmale gleichzeitig. Jeder Koeffizient sagt: Um wie viel ändert sich das Ergebnis, wenn sich nur dieses eine Merkmal ändert und alle anderen im Modell gleich bleiben (âunter sonst gleichen Bedingungenâ). Die Unsicherheit (95-%-Intervall, im Diagramm die Linie um den Punkt) zeigt, wie genau das geschätzt ist: Schneidet die Linie die Null, ist nicht gesichert, dass es Ăźberhaupt einen Effekt gibt. R² sagt, welcher Anteil der Unterschiede zwischen den Fällen das Modell insgesamt erklärt (0 = nichts, 100 % = alles). Fixeffekte vergleichen nur innerhalb einer Gruppe â etwa nur Säulen desselben Betreibers â und schalten damit alles aus, was fĂźr die Gruppe als Ganzes gilt (Marke, Preispolitik, Meldequalität).
Was eine Regression nicht kann: Ursache beweisen. Sie trennt Merkmale, die wir kennen; was wir nicht messen (etwa Dienstwagen, Wohneigentum), steckt weiter in den Koeffizienten. Die Standardfehler sind robust gegen ungleiche Streuung (White/HC1). Gerechnet mit eigenem, getestetem Code; Zahlen täglich neu.
Was macht einen Schnelllader voll? Elf Merkmale gleichzeitig â und einmal nur innerhalb jedes Betreibers
Je Schnelllader ab 150 kW mit eigener Messung (6.764 Säulen) schätzen wir die Auslastung aus Leistung, GrĂśĂe, Lage, Bezahlung, Ăffnungszeit, Nachbarschaft, Alter und Mobilfunk. Dreimal: Ăźber alle Säulen, nur innerhalb desselben Betreibers und nur innerhalb desselben Kreises. Was sich zwischen den Modellen ändert, ist die eigentliche Erkenntnis.
Befund: Ăber alle Säulen erklären die elf Merkmale nur 14 % der Unterschiede â der Betreiber allein 47 %. Kartenzahlung scheint Ăźber alle Säulen nichts zu bringen (-0,4 Pp.), beim Vergleich innerhalb desselben Betreibers aber schon: +1,9 Prozentpunkte. Der Betreiber-Mix verdeckt den Effekt. Funkloch senkt die gemessene Auslastung um 15 Prozentpunkte, auch innerhalb des Betreibers (12) â vermutlich, weil Säulen ohne Netz ihren Status nicht melden und als frei erscheinen.
Effekt auf die Auslastung in Prozentpunkten (Punkt) mit 95-%-Intervall (Linie)
GefĂźllter Punkt = gesichert (95-%-Intervall schneidet die Null nicht), leerer Punkt = nicht gesichert. Rechts von der Nulllinie: mehr, links: weniger.
Hypothesen â was dahinterstecken kĂśnnte
Methode: Lineare Regression; ZielgrĂśĂe: Anteil der Messungen (120 Tage), in denen kein Ladepunkt frei war, in Prozent (Mittel 19,9 %). Fixeffekte Ăźber die Within-Transformation (jede GrĂśĂe minus Mittel des Betreibers bzw. Kreises; Betreiber ab 5, Kreise ab 3 Säulen; 61 Betreiber, 332 Kreise); R² bei Fixeffekten ist das âWithin-R²â â der Anteil der Unterschiede innerhalb der Gruppen. Robuste Standardfehler (HC1). Ladepunkte und Nachbarschaft logarithmiert.
Grenzen: Gemessen wird nur, wo Betreiber Live-Daten liefern, und Betreiber melden unterschiedlich gut. Die Auslastung ist âalles belegtâ, nicht die Zahl der Ladevorgänge. Säulen mit Messung sind keine Zufallsstichprobe (gemessen wird, wo Leute auf dieser Seite suchen).
Was daraus folgt: FĂźr Betreiber: Kartenleser lohnen sich auch jenseits der Pflicht; Funkloch-Standorte brauchen eine eigene Anbindung, sonst sind sie in Apps unsichtbar oder falsch. FĂźr Gutachten: Auslastungsvergleiche immer mit Betreiber-Korrektur.
| Befund | zuerst | heute | Veränderung | Verlauf |
|---|---|---|---|---|
| Kartenzahlung beim selben Betreiber (Pp. Auslastung) | 1,86 Pp. 17.10.2026 | 1,90 Pp. | +0,04 Pp. | |
| Funkloch (Pp. Auslastung) | -14,3 Pp. 17.10.2026 | -14,6 Pp. | â0,3 Pp. |
Jeden Tag neu gerechnet und festgehalten (seit 17.10.2026). Mit mehr Daten werden die Zahlen genauer; ändern sie sich deutlich, hat sich etwas in der Wirklichkeit verschoben â oder die Datenlage.
Berechnet am 30.10.2026 aus dem Ladesäulenregister, den Preisen des Nationalen Zugangspunkts, der eigenen Belegungsmessung (120 Tage) und den Kreisdaten (KBA, Destatis). Eigene Studie von chargemyride.live â Hypothesen sind Vermutungen, keine Ergebnisse.