Der mittlere Wert: Die Hälfte liegt darunter, die Hälfte darüber. Anders als der Durchschnitt lässt er sich von wenigen Ausreißern (eine Säule für 1,20 €/kWh) nicht verziehen.
n (Fallzahl)
Wie viele Säulen, Kreise oder Rechnungen in die Zahl eingehen. Je größer n, desto verlässlicher – und desto eher wird auch ein kleiner Unterschied „signifikant“.
Korrelation ρ (Spearman)
Misst, ob zwei Größen gemeinsam steigen oder fallen, von −1 bis +1. +1: Je mehr vom einen, desto mehr vom anderen – immer. −1: genau gegenläufig. 0: kein Zusammenhang. Faustregel: unter 0,1 praktisch keiner, bis 0,3 schwach, bis 0,5 mittel, darüber stark. Spearman vergleicht Ränge statt Werte und ist deshalb robust gegen Ausreißer.
p-Wert
Wie wahrscheinlich ein mindestens so deutliches Ergebnis wäre, wenn es in Wahrheit gar keinen Zusammenhang gäbe – also durch reinen Zufall. p = 0,03 heißt: in 3 von 100 Zufallswelten. Unter 0,05 nennt man ein Ergebnis „statistisch gesichert“ oder „signifikant“. Der p-Wert sagt nicht, wie groß oder wichtig ein Effekt ist.
Signifikant ≠ wichtig
Mit 5.000 Säulen ist auch ein Unterschied von 0,1 Cent signifikant. Ob er zählt, sagt die Größe des Effekts (ρ, ε², Prozentpunkte), nicht der p-Wert.
ε² (erklärter Anteil)
Welcher Teil der Unterschiede zwischen allen Fällen durch die Gruppen erklärt wird – 0 % gar keiner, 100 % alles. „Der Betreiber erklärt 88 % der Preisunterschiede“ heißt: Kennt man den Betreiber, weiß man fast schon den Preis. Korrigiert um die Zahl der Gruppen, damit viele kleine Gruppen nicht künstlich viel erklären.
R²
Dasselbe für ein Regressionsmodell: Welcher Anteil der Unterschiede das Modell als Ganzes erklärt.
Koeffizient
In einer Regression: um wie viel sich das Ergebnis ändert, wenn ein Merkmal um eine Einheit steigt und alle anderen gleich bleiben.
95-%-Intervall
Der Bereich, in dem der wahre Wert mit hoher Sicherheit liegt. Enthält er die Null, ist nicht gesichert, dass es überhaupt einen Effekt gibt.
Prozentpunkte (Pp.)
Die Differenz zweier Prozentwerte: von 20 % auf 25 % sind 5 Prozentpunkte – aber 25 Prozent mehr.
Tests
F-Test: Unterscheiden sich Gruppen mehr als zufällig? z-Test für Anteile: Ist ein Anteil vorher/nachher wirklich anders? Mann-Whitney-U: Liegen die Werte einer Gruppe systematisch höher als die einer anderen (ohne Annahme einer Normalverteilung)?
Zusammenhang ≠ Ursache
Zwei Dinge können gemeinsam auftreten, weil ein Drittes beide beeinflusst (Störgröße). Die Studie „Hub-Effekt“ zeigt das vor. Wir schreiben deshalb „geht einher mit“ und stellen Hypothesen auf, statt Ursachen zu behaupten.
Was vom Ladepreis ist eigentlich Strom? Börsenpreis gegen Ad-hoc-Preis
Der Großhandelspreis an der Strombörse schwankt stündlich. An der Ladesäule zahlt man ad hoc einen festen Preis je kWh. Wie groß ist der Abstand – und folgen die Ladepreise der Börse?
Befund: Im Mittel kostete Strom an der Börse (Day-Ahead, 90 Tage) 14,5 Cent je kWh (zwischen 1,3 und 31,5 Cent am Tag). Ad hoc zahlt man im Median 52 Cent an normalen Säulen und 56 Cent an Schnellladern – der Börsenpreis macht also nur rund 26 % des Schnellladepreises aus. Der Rest sind Netzentgelte, Steuern und Abgaben, Betrieb, Abschreibung der Säule und Marge.
Börsenstrompreis (Tagesmittel) und Ad-hoc-Preis (Median heute), Euro je kWh
Börse Day-AheadAd hoc SchnellladerAd hoc normale Säulen
Hypothesen – was dahinterstecken könnte
Ladepreise sind Fixpreise mit Puffer: Die Börse schwankt binnen Tagen um das Zehnfache, die Ad-hoc-Preise nicht. Betreiber kaufen langfristig ein und kalkulieren mit festen Kosten – kurzfristige Börsenschwankungen erreichen Fahrer nicht. Prüfbar, sobald das Preisprotokoll Änderungen enthält: Folgen Preiserhöhungen Monaten mit hohem Börsenpreis?
Dynamische Tarife wären möglich: An Tagen mit 2 Cent Börsenpreis (viel Wind und Sonne) könnte Laden deutlich billiger sein. Dass fast niemand das anbietet, ist eine Marktlücke – oder zeigt, dass die Fixkosten der Säule den Preis bestimmen, nicht der Strom.
Methode, Grenzen und was daraus folgt
Methode: Day-Ahead-Preise der Gebotszone DE-LU (Viertelstunden), je Tag gemittelt, in Euro je kWh ohne Netzentgelte und Steuern. Ad-hoc-Preis: Median der gemeldeten Preise je Säule (Nationaler Zugangspunkt), heutiger Stand. Das Preisprotokoll erfasst Änderungen seit August 2026; bisher gibt es zu wenige, um Preisänderungen gegen die Börse zu rechnen – die Auswertung kommt automatisch, sobald genug da sind.
Grenzen: Der Börsenpreis ist ein Großhandelspreis; Endkunden zahlen zusätzlich Netzentgelte (rund 8–12 Cent), Umsatzsteuer, Stromsteuer und Umlagen. Der Vergleich zeigt Größenordnungen, keine Kalkulation einzelner Betreiber.
Was daraus folgt: Für Fahrer: Der Preisunterschied zwischen Betreibern ist größer als jede Börsenschwankung – die Wahl des Anbieters zählt mehr als der Tag.
Börsenstrompreis: Energy-Charts (Fraunhofer ISE), Daten Bundesnetzagentur | SMARD.de, CC BY 4.0.
📈 Wie sich die Befunde dieser Studie über die Zeit verändern
Befund
zuerst
heute
Veränderung
Verlauf
Börsenstrompreis im Mittel
0,141 €/kWh 17.10.2026
0,145 €/kWh
+0,003 €/kWh
Jeden Tag neu gerechnet und festgehalten (seit 17.10.2026). Mit mehr Daten werden die Zahlen genauer; ändern sie sich deutlich, hat sich etwas in der Wirklichkeit verschoben – oder die Datenlage.
Berechnet am 30.10.2026 aus dem Ladesäulenregister, den Preisen des Nationalen Zugangspunkts, der eigenen Belegungsmessung (120 Tage) und den Kreisdaten (KBA, Destatis). Eigene Studie von chargemyride.live – Hypothesen sind Vermutungen, keine Ergebnisse.